Wissenschaft
Unsere Vision im Bereich Wissenschaft und Forschung
In zehn Jahren ist Forschung zu Neurodiversität im deutschsprachigen Raum sichtbar, barrierearm zugänglich, partizipativ und neuroaffirmativ ausgerichtet.
Neurodivergente Menschen werden nicht nur als Forschungsgegenstand betrachtet, sondern als Expert*innen ihrer eigenen Lebensrealität ernst genommen. Neurodivergente Perspektiven fließen selbstverständlich in Forschungsfragen, Studiendesigns, Ethik, Auswertung und Wissensvermittlung ein.
Das Ressort Wissenschaft des Verbands Neurodiversität wirkt als Brücke zwischen Wissenschaft, neurodivergenter Community, Fachpraxis, Medien und gesellschaftlicher Entwicklung und trägt dazu bei, dass aktuelle Forschung verständlich aufbereitet, kritisch eingeordnet und für Praxis, Politik, Bildung, Gesundheit, Arbeit und Öffentlichkeit nutzbar gemacht wird.
Wissenschaft zugänglich machen
Unser Ziel ist eine Wissenschaft, die nicht nur Erkenntnisse produziert, sondern gesellschaftliche Veränderung ermöglicht und Neurodiversitätssensibilität befördert. Forschung soll nicht in Fachzeitschriften verschlossen bleiben.
Wir stellen aktuelle Forschungsergebnisse rund um Neurodiversität, Autismus, ADHS, Dyslexie, Dyspraxie, Hochsensitivität und verwandte Themen in verständlicher Sprache vor, reagieren auf verbreitete Missverständnisse und unterstützen Medien, Fachpersonen und Institutionen bei einer präzisen Sprache.
So kann ein öffentlicher Diskurs entstehen, der neurodivergente Menschen nicht pathologisiert oder sensationalisiert, sondern die Lebensrealitäten neurodivergenter Menschen ernst nimmt – sachlich, differenziert und respektvoll.
Neuroaffirmative Perspektiven stärken
Wir fördern eine wissenschaftliche Perspektive, die neurodivergente Menschen nicht einseitig über Defizite, Störungen oder Anpassungsdruck beschreibt.
Stattdessen setzen wir uns für Forschung ein, die unterschiedliche Wahrnehmungs-, Denk-, Kommunikations- und Verarbeitungsweisen als natürlich vorkommende Varianten menschlicher Neurobiologie versteht.
Partizipative Forschung fördern
Das bedeutet für uns: Forschungsfragen werden gemeinsam entwickelt, Methoden werden auf Barrierefreiheit geprüft, Ergebnisse werden transparent zurückgespielt und die Perspektiven neurodivergenter Menschen werden ernst genommen.
Damit neurodivergente Menschen aktiv an Forschung beteiligt werden – nicht nur als Studienteilnehmende, sondern auch als Mitgestaltende.
Ethische Standards weiterentwickeln
Forschung zu Neurodiversität braucht klare ethische Grundlagen und soll Neurodivergenz nicht weiter pathologisieren, neurotypische Normativität befördern oder bestehende Vorurteile verstärken. Forschung zu Neurodiversität soll zu mehr Verständnis, Selbstbestimmung und Teilhabe neurodivergenter Menschen beitragen.
Wir setzen uns dafür ein, dass Studien respektvoll, barrierearm und transparent gestaltet werden. Dazu gehören verständliche Informationen, freiwillige Teilnahme, Schutz vor Stigmatisierung und ein sensibler Umgang mit Diagnosen, Selbstidentifikation und persönlichen Daten.
Übersetzung neuroaffirmativer Fachliteratur befördern
Wir möchten dazu beitragen, dass wichtige Fachliteratur ins Deutsche übersetzt, eingeordnet und verbreitet wird. Damit schaffen wir Zugang für Menschen, die nicht auf fremdsprachige Forschung zurückgreifen können oder wollen.
Langfristig wollen wir den deutschsprachigen Diskurs stärken und wichtige Begriffe rund um Neurodiversität fachlich präzise und verständlich weiterentwickeln.
Nachwuchsforschung unterstützen und Forschende vernetzen
Wir möchten Studierende, Promovierende und junge Wissenschaftler:innen ermutigen, sich mit Neurodiversitätsthemen zu beschäftigen. Besonders fördern möchten wir Forschung, die nicht nur über neurodivergente Menschen spricht, sondern mit ihnen und für sie entsteht, insbesondere Forschung von neurodivergenten Nachwuchswissenschaftler:innen, deren Perspektiven im akademischen System häufig noch zu wenig sichtbar sind.
Ein Forschungsstipendium soll wissenschaftliche Arbeiten unterstützen, die zur Verbesserung der Lebensrealität neurodivergenter Menschen beitragen.
Wir bieten Austauschformate, Mentoring, Schreibgruppen, Themenbörsen und weitere Vernetzungsmöglichkeiten an, um Forschende zu Neurodiversitätsthemen zu vernetzen – online und offline.